Chancen

Chancen

Das Handelshaus Energy2market ist bereits seit längerem in Polen aktiv. Das Onlineportal energate interviewte im August 2016 den Geschäftsführer für Europäische Märkte, Sevastos Kavanozis, zum Engagement und den Chancen in Polen.

energate: Herr Kavanozis, was macht den polnischen Energiemarkt aus Ihrer Sicht so reizvoll für ein Engagement?

Kavanozis: Der Anstoß waren Kunden selbst, mit denen wir in Deutschland zusammenarbeiten und die im Nachbarland aktiv sind. Und dies lange vor dem gerade verabschiedeten neuen Energiegesetz in Polen. Der polnische Energiemarkt befindet sich inmitten eines grundlegenden Wandels und das Stromnetz steht aufgrund einer Unterdeckung vor großen Herausforderungen. Das spricht immer für Marktchancen. Auch wenn die dezentralen Anlagen schon eine spürbare Größe erreicht haben, ersetzen sie die Abschaltung veralteter Großkraftwerke nicht vollständig. Gleichzeitig werden dezentrale Anlagen kaum marktbezogen oder netzstabilisierend eingesetzt. Deshalb sieht die polnische Regierung neben dem geplanten Ausbau und der Modernisierung der konventionellen Anlagen die Zukunft in der dezentralen Erzeugung und Bilanzierung in Verbindung mit intelligenten Netzen. Letzteres entspricht dem Geschäftsmodell der e2m, sodass ein Engagement im polnischen Markt naheliegend ist.

energate: Mit welcher Marktentwicklung rechnen Sie im Bereich der dezentralen Erzeugung? Und welche Aktivitäten verfolgen Sie konkret?

Kavanozis: Im neuen Energiegesetz, das in Grundzügen dem deutschen EEG gleicht, werden konkrete Zielgruppen genannt, die vom neuen Fördersystem profitieren können. Es sind vor allem Anlagen mit stabiler, vorhersagbarer Erzeugung. Somit erwarten wir einen größeren Zubau in diesem Bereich. Zugleich entspricht die Vermarktung von Energie und Flexibilität aus steuerbaren Anlagen unserer Kernkompetenz. Die Entwicklung bei den fluktuierenden Energieerzeugungsquellen sehen wir dagegen kritischer. Besonders bei der Windenergie, die mit über 5.600 MW stärkste erneuerbare Technologie in Polen ist und im letzten Jahr europaweit die zweitgrößte Zubaurate erreichte, wurde der weitere Ausbau durch die eingeführte Abstandsregelung gebremst.