Strommarkt Polen

Polen wird auch mittelfristig auf konventionelle Energieträger wie Kohle setzen. Innovationspotenzial sieht das Land u.a. in hocheffizienten Kohlekraftwerken, die 25% weniger CO₂ emittieren und unabhängig von Importen sind. Dennoch kann sich das Land nicht dem Änderungsdruck seiner Nachbarländer entziehen. So kann es z.B. gut sein, dass überschüssige Windenergie aus Mecklenburg-Vorpommern über die Grenze nach Polen fließt und von dort bei fehlender Kapazität nach Süddeutschland transportiert wird. Um solche ungeplanten Ringflüsse künftig zu verhindern, betreiben die Netzbetreiber in Polen und Deutschland gemeinsam sogenannte Phasenschiebertransformatoren an der Grenze. Damit wird der Weg frei für einen intensiveren Stromhandel. In Zukunft wird es möglich sein, die Kapazitäten an den Grenzkuppelstellen auch für Handelsgeschäfte zu nutzen.

Mit dem neuen Energiegesetz vom Juli 2016 gibt Polen auch den Erneuerbaren Energien eine Chance. Für größere Anlagen wurde ein Auktionssystem eingeführt, die bisherigen Grünstromzertifikate fallen weg. Für Kleinanlagen bis 10 kW sind feste Einspeisetarife über den Zeitraum von 15 Jahren vorgesehen. Dies wird v.a. sogenannte Prosumenten (Selbstversorger) unterstützen. Zwar kennt man in Polen auch einen Zubaudeckel (800 MW), aber dieser wird ausreichen, um den Markt für PV- und Biogasanlagen zu befördern.